8. Oberlausitzer Dreikönigstreffen

Das 8. Oberlausitzer Dreikönigsreffen in Bautzen, welches in Kooperation der Kreisverbände Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ausgerichtet wurde, stellt regelmäßig den Auftakt in das neue politische Jahr in unserer Region dar und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Handwerk – bei uns in guten Händen“. Als Redner traten an das Pult:

  • Reiner Deutschmann MdB a.D. als Gastgeber und Vorsitzender des Bautzener Kreisverbands,
  • Mike Hauschild, energiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag und selbst Handwerksmeister
  • Dr. Jörg Dittrich (parteilos), Präsident der Handwerkskammer Dresden
  • Holger Zastrow als Vorsitzender des sächsischen Landesverbands

Eröffnungsrede von Reiner Deutschmann:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Parteifreunde und Freunde der FDP,

über Jahrhunderte galt das Sprichwort: „Handwerk hat goldenen Boden.“ Das soll heißen, wer ein Handwerk erlernt, hat eine gute berufliche Zukunft. Als Liberale wollen wir, dass dies auch in Zukunft gilt. Das Handwerk ist gerade in Sachsen einer der größten Arbeitgeber, einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige und immer noch einer der wichtigsten Impulsgeber unserer Gesellschaft. Ohne Handwerk keine Kunst, das gilt nicht nur im Bezug auf fehlende Fingerfertigkeiten. Es sind Handwerker gewesen, die – neben dem niederen Adel und den Händlern – über Jahrhunderte die Pracht unserer Oberlausitzer Städte und Dörfer gestalteten, finanzierten und am Leben erhielten. Und auch heute stellen sie wieder einen bedeutenden Teil der kulturgenießenden und kulturfördernden Mittelschicht in unserer Heimat.

Viele politische Gruppierungen und Parteien beanspruchen, die Interessen der Handwerker in Sachsen zu vertreten. Doch was bedeutet es, in der heutigen Zeit Politik für das Handwerk zu machen? Viele politische Entscheidungen, die dem Handwerk das Leben eher schwerer als leichter machen, sind Ausdruck fehlender Empfindsamkeit für die Lebenswirklichkeit in den kleinen und großen Betrieben, die so vielen Menschen in unserer Region Arbeit und Erfüllung bieten. Wer Politik für das Handwerk machen will, muss gerade diese besonderen wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge verstehen. Und wo könnte man das Handwerk besser begreifen als in der Oberlausitz mit seinen unzähligen Handwerksbetrieben, Meistern, Gesellen und Lehrlingen?

Mit dem Motto „Handwerk – bei uns in guten Händen“ haben wir unser traditionelles Oberlausitzer Dreikönigstreffen diesmal ganz unter das große Thema Handwerk gestellt. Wir freuen uns, mit Herrn Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden einen kompetenten Gastredner gefunden zu haben, der uns die Sicht des Handwerks auf politische Entscheidungen näher bringen wird. Außerdem laden wir Sie zu einem Rundgang durch unsere Ausstellung liberaler Handwerksbetriebe ein, die uns ihre Produkte und ihr Gewerk vorstellen. Seien Sie herzlich willkommen und starten Sie mit uns gemeinsam in ein erfolgreiches Wahljahr 2014!“

Holger Zastrow stimmte die anwesenden ca. 150 Gäste auf eine kämpferische Partei und einen lebendigen Wahlkampf in diesem Jahr ein und bezog sich dabei regelmäßig auf die aktuellen Entwicklungen in der Bundespolitik:

 „Die Ausgangslage ist natürlich schwierig: Noch nie musste ein Landesverband ohne eine FDP im Bund in einen Landtagswahlkampf ziehen. Aber jeder Sachse kann jetzt eben auch ganz einfach vergleichen zwischen dem, was Schwarz-Rot in Berlin macht, und dem, was unsere schwarz-gelbe Regierung in Dresden leistet.“

„Und wenn ich mir die ersten Entscheidungen im Bund anschaue, freue ich mich auf diesen Wettbewerb.“

„Ich gönne jedem seine verdiente Rente, aber dass für Wohltaten wie die Mütterrente die Rentenkasse geplündert wird, das geht wieder einmal zu Lasten der Berufstätigen in Deutschland, und das ist völlig falsch.“

„Stattdessen müssen diejenigen, die täglich mit ihrer Arbeit all das erwirtschafteten, entlastet werden, beispielsweise bei den Rentenbeiträgen oder steuerlich mit einer Abschaffung der kalten Progression. Schließlich verfügt die große Koalition über eine komfortable Mehrheit im Bundestag und im Bundesrat.“

„Aber in der Bundesregierung wird überraschend schnell sichtbar, wie meinungsflexibel die Union ist, und welche Politik gemacht wird, wenn sie mit einer linken Partei zusammen regiert. In Sachsen ist das anders. Hier hat Schwarz-Gelb einen gemeinsamen, bürgerlichen Wertekompass, der sich sogar oft deutlich von dem unterscheidet, was woanders in Deutschland gemacht wird.“

„Und ich glaube, wir fahren mit diesem sächsischen, schwarz-gelben Gegenmodell nicht schlecht. Sachsen entwickelt sich besser als andere Bundesländer, wir holen auf – auch weil wir auf Freiheit, Marktwirtschaft und Leistungsgerechtigkeit setzen und den Mut zum Unterschied haben statt auf Gleichmacherei zu setzen. Die liberale Handschrift ist in Sachsen erkennbar, wir halten unsere Versprechen. Wir haben eben anders als die SPD damals die Schulschließungen im ländlichen Raum gestoppt. Wir investieren in Verkehrsinfrastruktur, kümmern uns um die Lehrerausbildung und haben mit der Oberschule die größte Bildungsreform seit 1990 umgesetzt.

Unsere Bilanz kann sich sehen lassen – und das werden wir in den kommenden Monaten deutlich machen. Von aktuellen Umfragen sollten wir uns deshalb nicht verunsichern lassen, sondern cool bleiben und kämpfen. Dann wird die FDP deutlich besser abschneiden, als es uns heute so mancher Prophet vorhersagt.“

Reiner Deutschmann

Reiner Deutschmann, MdB a.D.

Mike Hauschild

Mike Hauschild, MdL

Dr. Jörg Dittrich

Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden


Holger Zastrow

Holger Zastrow

8. Oberlausitzer Dreikönigstreffen 2014 in Bautzen

8. Oberlausitzer Dreikönigstreffen 2014 in Bautzen

Ihr Kommentar