Erhöhung der Elternbeiträge in Freitaler Kitas

In Freital steigen ab 1. September 2014 die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in einem nicht unerheblichen Ausmaß.

Elternbeiträge

Leider hat sich damit bewahrheitet, was die damalige FDP-Fraktion im Freitaler Stadtrat vorhergesagt hatte und weshalb sie damals die komplette Übernahme der Einrichtungen und des Kita-Personals aus der GABS zur Stadtverwaltung abgelehnt hatte.  Die damit verbundene Einführung der Tarifentlohnung der Erzieherinnen und Erzieher wurde damals und wird noch heute gern als Totschlagargument genutzt, schließlich darf ja nicht an der Qualität der Erziehung und damit beim Personal gespart werden. Dieser Zusammenhang ist natürlich nur sehr bedingt nachvollziehbar, da schließlich auch kein Qualitätssprung nach der Übernahme belegt werden konnte. Nebenwirkungen dieser Übernahme kennen alle Eltern, die sich bereits mehrfach streikbedingt kurzfrsitig um Ersatzbetreuung kümmern durften.

Die Erhöhung der Betreuungskosten um rund 5% erklärt sich laut dem Artikel in der Sächsischen Zeitung „auch aus der gestiegenen Zahl der Betreuungsplätze“. Natürlich hat die Stadt in die Erweiterung der Kapazitäten insbesondere im Hinblick auf den inzwischen geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz investiert. Jedoch wird für jeden geschaffenen Platz natürlich wie für jeden existierenden Platz auch die Bezuschussung aus Landesmitteln und den Elternbeiträgen angesetzt. Insofern machen neue Plätze die bestehenden nicht teurer.

In diesem Zusammenhang muss aber durchaus noch einmal auf die Art und Weise der Kapazitätserweiterung verwiesen werden. Noch im Frühjahr 2011 wurde eine Erweiterung der Kleinnaundorfer Kita von Bürgermeister Kretschmer-Schöppan als nicht darstellbar bezeichnet, weil es nicht genügend Bedarf im Einzugsgebiet gäbe. Dann tauchten plötzlich aktualisierte Bedarfszahlen auf und deckten einen immensen und bis heute andauernden Nachholbedarf bei den Kita-Plätzen in ganz Freital auf.

Umgehend wurde in nahezu panischer Hektik und auf abenteuerliche Weise das Projekt Kita „Am Windberg“ im Stadtrat durchgedrückt, bei dem die Diakonie Dippoldiswalde mit der Errichtung eines Containerbaus auf dem Gelände der Diakonie Dresden beauftragt wurde und die Finanzierung von Pacht, Bau und Betrieb in einem langfristigen Vertrag vereinbart wurde. Auch damals schon wurde im Stadtrat flehentlich argumentiert, „das müssten uns [den Stadträten] unsere Kinder doch Wert sein.“

Auch wenn die Finanzierung des Baus schon kurze Zeit später nochmals nachverhandelt und geändert wurde, muss dieses Projekt als Schnellschuss und Überreaktion bezeichnet werden. Die dadurch entstandenen zu hohen Mehrkosten sind daher also tatsächlich mit für die anstehende Kostensteigerung bei den Elternbeiträgen mitverantwortlich. Zuletzt hat man sich in Freital dann doch noch auf eine überlegte langfristige Planung besonnen. Nach den Kitas „Wurzelzwerge“ und „Storchenbrunnen“ ist jetzt der dritte Neubau am Goetheplatz im Bau.

Für die in diesem Jahr dann doch neu eröffnete Kita „Wurzelzwerge“ in Kleinnaundorf gibt es im Übrigen immer noch mehr Interessenten als Plätze – es wurden bereits zusätzliche Gruppen gebildet. Und das Kleinnaundorfer Schulgebäude als bisheriger Standort der Kita wird für einen übergangsweise Weiternutzung noch „warmgehalten“.

Dass die prozentuale Beteiligung der Eltern an den Gesamtkosten konstant bei 30% bleibt, ist im Grundsatz richtig. Eine beliebige Absenkung würde die Auswirkungen der Kostensteigerungen nur kosmetisch korrigieren. Theoretisch sollten die Einsparungen bei den Betriebskosten, die vornehmlich aus dem Sanierungen oder Neubauten nach aktuellen (Passivhaus-)Standarts resultieren, in den nächsten Jahren wieder zu einer moderaten Absenkung führen. Man darf gespannt sein, wie sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzt.

Ihr Kommentar