PS: Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge durch Wachpersonal?

Brigitte BöttcherAuf die von Frau Marina Weber aus Boostedt (Schleswig-Holstein) an den Bundesfachausschuss für Gesundheit gestellten Anfrage:

Lieben Dank […],

ich würde gerne erfahren, was der BFA zu den Vorkommnissen sagt, dass Wachpersonal an Flüchtlinge Medikamente ausgeben musste?
Bzw die medizinische Erstversorgung, Diagnose stellen übernehmen müssen, wenn das DRK nicht vor Ort ist- ( Diese sind nur von 8-16 Mo-Fr vor Ort)

LG aus SH

antwortet Frau Brigitte Böttcher,
Fachphysiotherapeutin für psychosoziale Medizin,
Mitglied des Ortsverbands Region Freital und
Mitglied des Landesfachausschusses Gesundheitspolitik und Pfleg in Sachsen wie folgt:

Sehr geehrte Frau Weber,

für Ihre angemessene Anfrage bedanke ich mich, sie erlaubt weiterführende Nachfragen, inwieweit professionelle „Arzt-Assistenten/Schwestern usw.“ die Handreichungen der Tabletten beaufsichtigen. Erstversorgung und Diagnosen – Stellen sind eher keine Aufgaben für gutmeinendes „Laienpersonal“ wie Wachleute! Besonders der psychosoziale Aspekt beim Ankommen der großen Anzahl von Flüchtlingen  und möglichen traumatischen Erlebnissen  sind damit dem „Laiengefühl“ ausgesetzt, wenn professionelles Personal fehlt.

Auch das  nicht medizinisch  und psychologisch vorgebildete Wachpersonal selbst ist dadurch unangemessen belastet, was psychophysische Faktoren der Erstbetreuung mit sich bringen.

Professionalität als wissenschaftliche Erkenntnis findet in den politischen Gesundheitsprogrammen der Parteien wenig Beachtung. Auch  besonders die  FDP tut sich schwer, anstelle der Freiheit des Einzelnen, seiner Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung   professionelle „Helferbrücken“  in Form von Fachpersonal  für Gesundheitsfragen  im Verbund mit Ärzten als  dringend notwendig zu erachten! Es scheint so, als wäre dies als ewig sozialistische Staatsmedizin im „Wohlfahrtsstaat“ total abzulehnen!

Dass Deutschland ohne Registrierung die Tore  für Massen von gesunden und auch kranken Menschen nicht nur öffnet, sondern damit auch die Bürger  zur Ignoranz bzw.  Aufgabe ihres Selbstschutzes bringt,  hat etwas Beängstigendes:  Der „good-will“ Bürger macht es möglich, unprofessionelle Politik mitzutragen. Selbst in der professionellen 1. Hilfe gilt als erste Regel:

Selbstschutz geht vor  Fremdhilfe, denn sonst ist niemandem gedient – auch nicht den Flüchtlingen, deren Sehnsucht nach Deutschland dann durch die Realität hart enttäuscht sein wird.

 


In der Reihe “PS – Persönlicher Standpunkt” werden persönliche Ansichten und Meinungen von Mitgliedern des Ortsverbands oder von Mandatsträgern im Verantwortungsbereich des Ortsverbands zu ausgewählten tagespolitischen oder gesellschaftlichen Themen dargestellt. Diese geben nicht zwangsläufig die Meinung des Ortsverbands oder der Mandatsträger wieder.

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